Aquamarin

Aquamarin

Neben Smaragd, Saphir und Rubin zählt der Aquamarin zu den Klassikern unter den Edelsteinen. Die vielen möglichen Farbschattierungen bringen das Blau des Himmels ebenso nahe wie die facettenreichen Colorationen des Meeres, die über Türkis und Blau bis hin zu feinen Grünnuancen reichen. So ist der Name „Aquamarin“ auch kaum verwunderlich, da er sich aus den Worten „Aqua“ (lateinisch für Wasser) und „Mare“ (für das Meer) ableiten lässt. Seit jeher gilt er deshalb als Glückssymbol für die Seefahrer und stammt der Sage nach sogar aus den Händen märchenhafter Seejungfrauen, die ihn an die Oberfläche brachten und den Menschen zum Geschenk machten. Seitdem verführt er mit seinem Schimmer, der in unterschiedlichen Farbtönen fast jeder Haut- und Augenfarbe schmeichelt.

Strukturiert und eindrucksvoll

Zwar ähnelt der Amethyst aufgrund von Gewicht, Lichtbrechung und der Härte 7 den übrigen Quarzen, weist andererseits aber eine ungewöhnliche und sehr eigenwillige Struktur auf. Blickt man nämlich in die Tiefen dieses Edelsteins, erkennt man Lamellen und Felder in unterschiedlichen Lagen und von diversen Farbintensitäten. Die verschiedenen Gesteinsformationen in diversen Ländern begründen zusätzlich weitere Schattierungen. So zeigen sich Steine, die aus Brasilien stammen, meist in einem zarten Lila, während Madagaskar Edelsteine in eher rotvioletten Tönen hervorbringt. Amethysten mit dem wohl schönsten und intensivsten Farbton stammen aus Uruguay, erkennbar ebenfalls an den meist etwas fleckigen Impressionen. Liebhaber von bedeutenden Edelsteinen favorisieren meist jene makellosen Exemplare in feinstem Violett-Schimmer.

Das Wunder der Farbe

Die Favoritenrolle des einerseits weich und andererseits feurig erscheinenden und in unterschiedlichen Farben von Violett-Blau bis Pink-Violett schimmernden Edelsteins ist schnell definiert. Noch heute gibt er den Forschern viele Rätsel auf und überrascht immer wieder mit seinen Farbänderungen. So bleichen einige der Edelsteine schon bei Tageslicht fast völlig aus. Andere Amethysten hat man testweise hohen Temperaturen ausgesetzt und dabei weitere Verfärbungen festgestellt. In Bolivien fand man Kristallklumpen, die sich dann als zweifarbige Steine herausstellten. Man bezeichnet diese als Ametrin, da die Energiezustände von Eisen im gelben Citrin violette Farbfelder entstehen lassen.

Der Amethyst: Herkunft und Bedeutung

Besonders bedeutend für das Amethyst-Vorkommen sind Brasilien, Uruguay und Madagaskar. Im südlichsten Bundesstaat Brasiliens, Rio Grande do Sul, fand man um das Jahr 1900 einen Hohlraum und darin Amethyste mit einem Gesamtgewicht von 700 Zentnern. Knapp 100 Jahre später entdeckte man im US-Bundesstaat Maine eine Druse mit mehr als einer Tonne schleifbarem Amethyst. Bei uns gilt Idar-Oberstein als das deutsche Edelsteinzentrum. Früher stammten die Amethyst-Kristalle aus den Zillertaler Alpen, heute sind es meist die heimischen Funde, die in Edelsteine verwandelt werden. – Und wer zudem Freude an Überlieferungen und Sagen hat, erinnert sich beim Tragen des ungewöhnlichen Edelsteins daran, dass der Amethyst die Felder vor Stürmen und Heuschrecken und seinen Träger vor Schlangenbissen und bösen Geistern schützen soll. Hildegard von Bingen nutzte ihn zur Verschönerung der Haut und gegen Insektenstiche; andere wussten damit die Magensäure zu dämpfen und den Verstand zu beflügeln.

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